Kleintierpraxis Dr. Ellen Tietz, Waldkirch
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79183 Waldkirch
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Merkblatt: Neue Impfempfehlungen für Hunde

(in Anlehnung an die Deutsche Impfempfehlung für die Kleintierpraxis des bpt, Stand Juli 2006)

Die Impfung ist die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Infektionskrankheiten.
Durch moderne Impfstoffe ist die Flexibilität bei der Impfstoffanwendung gestiegen.
Welche Impfungen erforderlich sind, sollte im Rahmen eines jährlichen Gesundheitschecks jeweils individuell ermittelt werden.


Core-Komponenten

Die Impfungen der sog. Core-Komponenten sind gegen Erreger gerichtet, gegen die jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muß. Dazu zählen:

S t a u p e , P a r v o v i r o s e , L e p t o s p i r o s e , T o l l w u t .

Grundimmunisierung:
Im Alter von
8 Lebenswochen       Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose

12 Lebenswochen     Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

16 Lebenswochen     Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

15 Lebensmonaten  Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

In einem höheren Alter vorgestellte Tiere erhalten ihre Impfungen in denselben Abständen.
Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3-4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung nach einem Jahr für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.

In gefährdeten Beständen ist eine zusätzliche Impfung gegen Parvovirose und eventuell auch Staupe im Alter von 6 Wochen empfehlenswert.

Die im Alter von 16 Lebenswochen empfohlene 2. Impfung gegen Tollwut geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus immunologischen Aspekten sinnvoll.


Wiederholungsimpfungen:

Die jährliche Wiederholungsimpfung einzelner Komponenten ist unbedingt notwendig. Die zu impfenden Komponenten sollten individuell auf das Tier abgestimmt werden. Zu beachten sind hierbei Lebensgewohnheiten, Alter und Gesundheitszustand. Ein Jagdhund ist sicherlich anderen Infektionsrisiken ausgesetzt als ein „Schoßhund“, Zuchthündinnen und alte Tiere bedürfen einer anderen Immunisierung als z.B. Ausstellungshunde oder Reisebegleiter.

Tollwut:
Eine Wiederholungsimpfung ist bei Verwendung moderner Impfstoffe in der Regel alle 3 Jahre ausreichend. Aber Vorsicht: Noch fordern einige Urlaubsländer zur Einreise von Hunden die jährliche Auffrischungsimpfung!


Non-Core-Komponenten:

Die Impfungen der Non-Core-Komponenten sind gegen Erreger gerichtet, gegen die im Einzelfall ein Schutz sinnvoll erscheint.


Bordetella bronchiseptica und Canines Parainfluenza-Virus („Zwingerhusten“)
Zwingerhusten wird durch verschiedene Erreger verursacht. Gegen zwei dieser Erreger kann durch Impfung vorgebeugt werden:
Die Impfung gegen CPiV ist in Kombination mit jeder anderen Impfung möglich. Die Grundimmunisierung sollte ab einem Alter von 8 Wochen durch zwei Injektionen im Abstand von 3-4 Wochen durchgeführt werden, danach jährliche Auffrischung.
Die Impfung gegen Bb erfolgt intranasal und baut innerhalb von 72 Stunden eine belastbare Immunität auf. Die Impfung sollte bei Hunden mit erhöhter Infektionsgefahr (viel Kontakt zu Artgenossen, z.B. Welpengruppe, Tierpension, Tierheim, Hundeplatz) mindestens eine Woche vor der zu erwartenden Exposition erfolgen. Auffrischung jährlich.

Borrelia burgdorferi sensu lato („Borreliose“)
Der verfügbare Impfstoff schützt nicht ausreichend gegen die in Deutschland vorwiegend vorkommende Borrelien-Spezies. Eine optimale Zeckenprophylaxe ist als Borreliose-Schutz daher unerlässlich!
Die Impfung gegen Borreliose ist beim erwachsenen Tier nur nach vorangegangener Blutuntersuchung und bei serologisch negativen Tieren sinnvoll. Beim Welpen ohne vorausgehenden Zeckenkontakt ist sie ohne Blutuntersuchung ab einem Alter von 12 Wochen möglich und umfasst ebenso eine Grundimmunisierung im Abstand von 3-5 Wochen, danach jährliche Auffrischungsimpfungen.

Canines Herpesvirus (CHV-1) („Welpensterben“)
In ca. 20-30 % der deutschen Hundezuchten konnte das Vorkommen von CHV-1 nachgewiesen werden, das zum Welpensterben in den ersten Lebenstagen führen kann.
In diesen Zuchten ist der Einsatz einer Impfung sinnvoll. Der verfügbare Impfstoff wird den Zuchthündinnen 7- 10 Tage nach dem Deckakt sowie 1-2 Wochen vor dem zu erwarteten Geburtstermin appliziert.

Dermatophytose/Mikrosporie („Hautpilz“)
Nur in Ausnahmefällen ist eine Impfung gegen Hautpilze erforderlich.
Die prophylaktische Anwendung reduziert die durch Pilze verursachten klinischen Symptome. Bei therapeutischer Anwendung wird die Abheilung der Hautveränderungen beschleunigt.
Das Mindestalter für eine Immunisierung beträgt 6-12 Wochen. Die Impfung wird zweimal im Abstand von 14-21 Tagen durchgeführt und schützt für 9-12 Monate.
Tiere, die sich zum Zeitpunkt der Impfung im Inkubationsstadium befinden, können erkranken, die Hautveränderungen heilen jedoch innerhalb von 2-4 Wochen nach der zweiten Impfung ab.

Tetanus („Wundstarrkrampf“)
Es ist ein Toxoid-Impfstoff für den Hund zugelassen. Aufgrund der Seltenheit einer klinischen Erkrankung wird eine Impfung jedoch nicht empfohlen.





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