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Impfung bei Kaninchen Impfstoffe sind sowohl bei Menschen als auch Tieren für den Schutz vor Infektionskrankheiten und Seuchen außerordentlich wichtig. Auch zur Gesunderhaltung von Kaninchen stellen Impfungen gegen Myxomatose, RHD und Kaninchenschnupfen eine nicht mehr wegzudenkende Schutzmaßnahme dar. Myxomatose Myxomatose ist eine Kaninchenseuche, die sich seit 1952 von Frankreich her kommend über Europa ausbreitet. Die Erkrankung kann ganzjährig auftreten, die Krankheitsfälle häufen sich jedoch im Juli und August. Wildkaninchen bilden ein natürliches Reservoire für das Myxomatosevirus. Es wird über blutsaugende Insekten (Stechmücken, Kaninchenflöhe,...) übertragen. Da der Erreger über Monate in der Umwelt lebensfähig ist, kann eine Übertragung auch über Personen und Arbeitsgeräte erfolgen. Erkrankte Tiere zeigen Schwellungen am Kopf- und Genitalbereich, im weiteren Verlauf kommen Eiterungen hinzu. Die Tiere verweigern Wasser und Nahrung und sterben fast immer. Die Impfung von Kaninchen ist ab der 4.-6. Lebenswoche möglich. Regelmäßige Nachimpfungen sollten im Abstand von 6 Monaten durchgeführt werden. RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease / "Chinaseuche") Die RHD ist wegen der hohen Infektiosität des Erregers die verlustreichste Kaninchenseuche. Typisch für RHD sind plötzlich auftretende Todesfälle. In der Regel wird die akute Form beobachtet, bei der der Tod 2-3 Tage nach den ersten Krankheitsanzeichen eintritt. Eine Behandlung erkrankter Kaninchen ist nicht möglich. Erkrankte Kaninchen scheiden das Calicivirus mit dem Kot aus. Danach ist der Erreger bis zu 7 Monate in Stallungen, an Gerätschaften und Kleidung lebensfähig und kann so zur Infektionsquelle für andere Tiere werden. Eine Übertragung durch Insekten, aber auch eine Tröpfcheninfektion durch die Luft ist möglich. Kaninchen können ab einem Alter von 6 Wochen geimpft werden. Nachimpfungen sollten mindestens einmal jährlich erfolgen. Kaninchenschnupfen Pasteurellen und Bordetellen sind die wichtigsten Erreger des Kaninchenschnupfens. Sie können isoliert oder vergesellschaftet mit anderen Erregern folgenschwere Schnupfenerkrankungen be- dingen. Über die Schwere des Krankheitsverlaufes entscheiden auch Begleitumstände wie Über- hitzung und Ammoniakgehalt der Stalluft, Zugluft, Staubbelastung der Einstreu etc. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen ist ab einem Alter von 4 Wochen möglich. Der Impfstoff wurde zum vorbeugenden Einsatz bei schnupfenfreien Tieren entwickelt. Als ultima ratio kann der Impfstoffeinsatz auch bei einem mit chronischen Schnupfen belasteten Kaninchen erfolgversprechend sein. Leider können nicht alle Imfpungen gleichzeitig appliziert werden. Als Kombinationsmöglichkeiten sind möglich: RHD + Kaninchenschnupfen oder RHD + Myxomatose. Die zu impfenden Kaninchen dürfen keine Krankheitssymptome aufweisen und sollten - wie Hund und Katze - nicht mit Parasiten, insbesondere Kokzidien, befallen sein. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. |
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